Samstag, 4. März 2017

Amok + Clockwork Orange

Am Donnerstag hab ich mich mit Amok (ein Bachman Buch) beschäftigt.
Das ~220 Seiten dünne Büchlein hat's echt drauf, auch wenn es eine große Ungereimtheit gibt.
Darüber muss man einfach hinwegsehen und sich dem literarischen Spiel beugen.

Am besten war das Gespräch zwischen Charlie (unser Protagonist und Antiheld) und dem Psychologen. Unglaublich gut geschrieben.
Aber auch gleich die Szene mit'm Direktor am Anfang ist herrlich.
Sehr feine Psychospielchen.

Das mal zu Amok.


Noch am selben Tag hab ich Clockwork Orange bekommen (und ein paar andere Bücher) und vorm Einschlafen angefangen, bin aber nicht sehr weit gekommen.
Am Freitag hab ich bis Seite 200 gelesen und heute noch die restlichen 30 Seiten.

Keine leichte Kost, sie schmeckt allerdings und lässt die Rädchen rattern.

Besonders interessant finde ich, dass anfangs nur 20 Kapiteln gedruckt wurden, obwohl Burgess 21 geschrieben hat.
Man bekommt so und so ein zufriedenstellendes Ende, nur halt zwei völlig verschiedene.


Ich bin irgendwie froh darüber, diese zwei Bücher hintereinander gelesen zu haben (war nicht geplant), weil ich den Vergleich Charlie - Alex "schön" finde:

Charlie hatte eine miese Kindheit, ein traumatisches Erlebnis mit seinem Vater und fühlt sich rundum nicht wirklich wohl.
Und dann dreht er halt einfach durch und läuft ziemlich ungeplant mal eben Amok.

Alex hingegen hat keinerlei Probleme und hat dennoch bewusst dieses Leben gewählt, er prügel, vergewaltigt, stiehlt.

Bei Charlie ist eine Schraube locker; er ist unzurechnungsfähig.
Alex lebt sein Leben so, weil er das will; er hat Freude daran und fühlt sich dabei gut.



Jedenfalls haben mir die Bücher sehr gut gefallen und sie werden irgendwann wieder gelesen.



juhk. d 

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